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08.04.2017

Übung mit dem Gefahrgutzug Ansbach Land

Bilder bitte hier klicken:  Übung Gefahrgut

 

Der Gefahrgutzug Ansbach-Land, der für Feuerwehreinsätze mit gefährlichen Stoffen im westlichen Landkreis Ansbach zuständig ist, hielt seine jährliche Großübung in Schillingsfürst ab. Im Flächenlandkreis Ansbach ist der Gefahrgutzug nicht bei einer Feuerwehr stationiert, sondern wird gemeinsam von den Feuerwehren Feuchtwangen, Rothenburg und Schnelldorf betrieben. Die Aufteilung erfordert einen großen Übungsaufwand, der in den einzelnen Wehren und bei gemeinsamen Übungen absolviert wird. Schon vor Jahren hat man die Erkenntnis gewonnen, dass es sinnvoll ist, diese Übungen gemeinsam mit Ortswehren abzuhalten, die nicht am Gefahrgutzug beteiligt sind, aber Unternehmen mit gefährlichen Stoffen in ihrem Einzugsgebiet haben. Der erste Alarm geht nämlich immer an die Ortswehr, die die Lage erkunden muss und für die Brandbekämpfung zuständig ist.

Simuliert wurde in Schillingsfürst das Auslösen eines Brandmelders in einem Fabrikgebäude mit anschließendem Chemikalienaustritt aus einem Behälter im Lager. Die Sicherheitsbeauftragten des Unternehmens nutzten die Chance, einen realen Alarm durch zu spielen und unterrichteten den Wachdienst, bei dem der Brandalarm aufläuft nicht von der Übung. So konnte bereits der Ablauf der Alarmierung minutiös dokumentiert werden. Die Feuerwehr Schillingsfürst, die als erstes am Einsatzort eintraf, erkundete das Gebäude und hatte den Brand zu bekämpfen. Für die Stützpunktwehr der Schlossstadt, bei der der frischgebackene Zugführer Markus Baumann als Einsatzleiter seine Feuertaufe zu bestehen hatte, war das Szenario sehr lehrreich. Vor allem das Erkennen des defekten Gefahrgutbehälters, der in 3 Metern Höhe positioniert war, erwies sich in dem stark verrauchten Raum als sehr zeitintensiv. Dies ist in der Nachbetrachtung logisch, bewegen sich doch die Atemschutzträger auf allen vieren am Boden und können aufgrund der Rauchentwicklung weder den Behälter sehen noch den ausgelaufenen Stoff riechen. So wurden die Feuerwehrleute schnell kontaminiert, da sie natürlich mit dem ausgelaufenen Gefahrgut am Boden in Kontakt kamen. Doch wie unterscheidet man, ob die Flüssigkeit unter sich ein Gefahrstoff ist oder Löschwasser und darf man nach dem Erkennen der giftigen Stoffe einfach weiter löschen? Diese und Fragen werden in folgenden Schulungen aufgearbeitet werden müssen.

Nachdem der Gefahrgutzug alarmiert wurde fuhr ein Großaufgebot an Feuerwehrfahrzeugen an. Die Feuerwehren aus Feuchtwangen und Schnelldorf rüsteten sich für den Innenangriff. Die Feuerwehr Rothenburg ist im Zusammenspiel für die Dekontaminierung der Einsatzkräfte zuständig und baute hierfür eine Reinigungsstation auf. Auch für die Atemschutzträger in den Chemikalienschutzanzügen erwies sich das Szenario als Herausforderung. Das sehr eingeschränkte Sichtfeld erschwerte das Auffinden des hoch gelagerten Behälters, der abzudichten war. Die drei Feuerwehkameraden an der Front hatten dafür zu sorgen, dass sehr viele Gerätschaften an den Ort des Geschehens kamen. Während vor der Halle viele Helfer bereitgestanden wären musste in der Fabrik der Einsatz zu Dritt abgearbeitet werden. So wurden zum Beispiel eine Steckleiter, ein großer Auffangbehälter, Abdichtmaterial, Bindemittel und eine Arbeitsbühne zum Einsatz gebracht. Der auslaufende Gefahrstoff wurde schließlich erkannt und an die Einsatzleitung gemeldet, von wo aus man das weitere Vorgehen koordinierte. Durch Abstreuen wurden die Gefahrstoffe am Fabrikboden gebunden und gesammelt. Auch das Abdichten der Kanalschächte wurde angeordnet, damit keine Gefahrstoffe in die Kläranlage gelangen konnten. Nach Beendigung des Einsatzes wurden die Schutzanzüge unter Duschen gereinigt bevor sie abgelegt und durch Wechselkleidung ersetzt werden mussten, hierbei waren viele helfenden Hände und Bürsten gefragt.

Wie bei jedem Feuerwehreinsatz konnte man auch bei dieser Großübung auf die Unterstützung der Hilfskräfte des Roten Kreuzes unter der Leitung des neuen stellvertretenden Schillingsfürster Bereitschaftsleiters Slawa Nikitin bauen.

 

Der Ablauf wurde durch die zuständigen Führungskräfte der Feuerwehren geplant und intensiv beobachtet. Kreisbrandrat Thomas Müller verschaffte sich über das Zusammenspiel der eingesetzten Kräfte ebenso einen Überblick, wie die Kreisbrandmeister Dominik Wenninger und Manfred Grasser, der als Fachberater Gefahrgut als Leiter des Gefahrgutzuges fungiert. Stadtbrandmeister Thorsten Haack aus Rothenburg und die Kommandanten der beteiligten Wehren Marcus Lechner (Schnelldorf), Carsten Halter (Feuchtwangen) und Stefan Sterner (Schillingsfürst) begleiteten die Großübung als passive Beobachter um Erkenntnisse für weitere Einsätze zu erlangen. Die Führungskräfte bedankten sich bei den Ehrenamtlichen für die gut durchgeführte und zeitintensive Übung. Der Dank galt auch der Firma CF Maier, deren Werkleiter Davor Prosinecki gemeinsam mit seinen Sicherheitsbeauftragten viele Erkenntnisse über den Ablauf eines Schadensfalles in ihrer Firma gewonnen haben.

 

Bericht: Sven Guttropf (Schriftführer FFW Schillingsfürst)

Bilder: Sven Guttropf

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